Das war 2015

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Am Ende wird alles gut. Wenn es noch nicht gut ist, ist es auch noch nicht das Ende.

Dieses Zitat von Oskar Wilde prangt seit Jahresbeginn an der Pinnwand. Zu diesem Zeitpunkt war, läuferisch gesehen, überhaupt nichts gut. Die Verletzung an der Achillessehne zog sich hin und an laufen war überhaupt nicht zu denken. Jetzt, 10 Monate später, ist es Zeit das Ende einzuläuten. Warum ich das tun kann? Weil alles gut ist. Die Saison, so holprig sie begann, war wie ein Rausch. Die Formkurve schoss fast senkrecht durch die Decke. Punktgenau zur heißen Phase spielte der Körper mit mir in Harmonie.

Die ersten Schritte

Wir schreiben den 16. Februar. Nach dreimonatiger Verletzungspause versuche ich die ersten zaghaften Schritte in Laufschuhen. Gehen und Laufen im Wechsel, wie ein Anfänger. Zu diesem Zeitpunkt bin ich das auch. Am Ende standen  2,44 km auf der Uhr – schmerzfrei. Aber es war mehr als das, es war ein Befreiungsschlag. Klingt übertrieben, aber jeder der mal länger verletzt war kann sicher bestätigen, was es für ein Gefühl ist, wenn es wieder zu laufen beginnt.

Der erste Wettkampf

Die Generalprobe lauterte bereits, gemeldet auf HM. Beim Leipzig Marathon am 19.04.2015 war diese geplant. Aber die 21,09 km waren zu diesem Zeitpunkt defintiv nicht drin. Ich meldete vor Ort auf 10 um. Ein gezielte Vorbereitung darauf gab es nicht. Ich wollte nur endlich wieder Wettkampfluft schnuppern und schauen wie sich alles anfühlt. Dementsprechend locker lief ich diesen in 52:17 Minuten ins Ziel. Aber das wichtigste war geschafft, es sind keine Wehwehchen zu spüren gewesen. Auch im Nachhinein, keine nennenswerten Beschwerden.

Ab durch die Decke

Es beginn zu laufen. Zum erstenmal befasste ich mich mit weiterer Wettkampfplanung. Der ohnehin schon gesetzte Berlin Marathon benötigte noch ein paar Vorbereitungswettkämpfe.

laufen

Die Formkurve zeigte nach oben und die Umfänge wurden ausgedehnt. Ich entschied mich am 04.07. den Chemnitz Marathon zu laufen. Ich meldete mich auf der halben Distanz und begann mit der Vorbereitung. Ich fühlte mich gut, fit und bereit. Allerdings machte mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es sollte an diesem Tag knackige 36 Grad heiß werden. Ich entschied mich für die Vernunft und sagte den geplanten Start am Vorabend ab. Mir fehlte ganz einfach die Erfahrung bei dieser Hitze zu laufen und riskieren wollte ich nix. Also musste Ersatz her. Der 11. Dresdner Parkhauslauf am 01.08.2015 sollte es werden. Ein etwas skurriler Wettkampf, genau meine Kragenweite. Auch hier sollten es die 21,09 km sein. 900 Meter, Runde um Runde inkl. 4 Parkebenen hoch und runter. Hier spielte der Wettergott mit, bescherte Temperaturen um die 28 Grad und ich beendete diesen Lauf in 02:04:11 Std. von dem ich einiges an Erfahrung für die Zukunft mitnahm.

Kurz zuvor war auch die heiße Phase für Berlin gestartet. In Anbetracht der Umstände und der Unsicherheit ob ein Start da möglich ist, meldete ich mich noch beim 3. Leipziger Halbmarathon, am 11.10.2015, an. Ein Ersatz falls Berlin in die Hose gehen sollte… aber das Feuerwerk „Form“ schoss gen Himmel.

Die 42 ruft

Die Vorbereitung auf den ersten Marathon liefen fantastisch. Ich begab mich in die erfahrenen Hände von Herrn Steffny. Sein Plan auf die Sub 4 sollte mich für die ersten 42,195 Kilometer fit machen. Pünktlich zum Start spielte der Körper endgültig mit. Die kompletten 10 Wochen liefen ohne Probleme und die kleineren Wehwehchen behinderten keineswegs. Allerdings kristallisierte sich heraus das der Plan für mich zu langweilig war. Ich streute öfter, als vorgegeben, Tempoeinheiten ein. Auch bei den Geschwindigkeiten fühlte mich mich nicht wohl. Ich lief im Großen und Ganzen alles ein wenig schneller.

Ziel

Plangenau am 06.09.2015 forderte Herbert einen Halbmarathon mit der Zielzeit von 01:53:00 Std. und wie es der Zufall wollte, fand an diesem Tag in Halle der 14. Mitteldeutsche Marathon statt. Ich meldete mich kurzfristig an bzw. meldeten mich gute Freunde vor Ort nach da die Onlinemeldung schon geschlossen war. Bei absolutem Mistwetter, Regen und kalt, stand ich aufgeregt und bereit am Start. Aber genau diese Umstände hat es gebraucht. Ab Km 17, 18 war dieser Lauf einziges High und ich finishte in 01:48:40 Std. Eine für mich, bis dato, unmögliche Zeit. An diesem Tag war sie Wirklichkeit geworden. Der Weg bis Berlin ebnete sich immer mehr.

Diese verdammten 42 Kilometer

Berlinisyours

Die Tage bis in die Hauptstadt vergingen. Das Training lief gut und die letzten beiden Wochen wurden eingeläutet. Dies bedeutete Urlaub. Eine Woche Familienurlaub auf Hiddensee. Der Plan ruhte aber nicht. Der letzte lange Lauf fand auf der Insel sein Ende. Bis zum großen Tag wurde getapert und dann war es soweit  Berlin-Wochenende. Aber irgendwas war anders. Die Freude, das Kribbeln fehlten. Der erste Marathon wurde am Ende ein Kampf mit mir, in dem der Kopf über den Körper siegte. Im Ziel standen 04:19:10 Std. auf der Uhr. Für mich nicht zufriedenstellend. Bis ich mich über dieses Finish freuen konnte verging einige Zeit.

Das “Grande Finale”

Ziel

Zwei Wochen nach dem Saisonhöhepunkt stand noch der, vor vielen Zeilen, erwähnte 3. Leipziger Halbmarathon an. Die Tage dazwischen wurde dreimal locker gelaufen, dreimal das Spinning Rad bewegt und eine Krafteinheit im Studio absolviert. An jenem Sonntag war es wieder da. Das Kribbeln, die Freude. Ich hatte richtig Bock. Perfektes Wetter machte aus diesem Tag die gelungene Saison rund. Vom ersten Schritt an war dieser Lauf ein Genuss. Mit einer Zeit von 01:45:51 Std. verbesserte ich mich um fast 3 Minuten. Grandioser konnte ein Abschluss nicht sein. An diesem Tag war mir alles egal, als wäre eine “Last” abgefallen. Ich trank an diesem  Abend noch drei Gläser Sekt und da ich äußerst selten Alkohol trinke… ich male jetzt mal nicht aus was für schweinsche Lieder ich sang. 😉

Mit diesem Wettkampf schloss ich die Saison offiziell ab. Man sollte aufhören wenn es am schönsten ist… Obwohl 😉

Wie geht's weiter?

Nach 6 Tagen absoluter Faulheit, war ich am Samstag wieder laufen. Ganz gemütlich das Herbstwetter genossen. In der Off Season wird an der Grundlagenausdauer gearbeitet, da habe ich Nachholbedarf und ich werde mich ein wenig mehr um den Kraftsport kümmern. Die erste Anmeldung für 2016 ist schon raus, der Dresdner Citylauf am 20.03.2016 und im April werde ich den nächsten Marathon angreifen, in Leipzig… und die Registrierung für Berlin 2016 ist auch schon raus.

Letzte Worte

Hätte mir im Januar jemand gesagt, dass ich einen 10ner, drei halbe und einen Ganzen laufen werde – ich hätte ihn direkt einweisen lassen.

Die Vorfreude auf 2016 ist jetzt schon spürbar.

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