2018 wird alles besser

2018 wird alles besser

Zugegeben, die Überschrift wirkt vielleicht etwas provokant, aber diese drei Worte und die zugehörige Jahreszahl geistern, nun zum Ende von 2017, durch viele Köpfe. Sie werden schweigsam geduldet, laut geschrien oder in dem ein oder anderen Post veröffentlicht. Man könnte jetzt sagen: Jedes Jahr die gleiche Leier. Den diese Aussage ist keine Erfindung der letzten Monate. Wahrscheinlich ist sie so alt wie die Sprache selbst.

Leider trägt dieser Satz nicht viel positives mit sich. “Wird alles besser”, negativer könnte man sich gar nicht ausdrücken. Wird. Alles. Besser. Es heißt also, momentan ist ALLES murks, von hinten bis vorn Schrott, trübe, schlecht, nichts ist gut, in den Brunnen gefallen, man ist am Boden, zerstört, ein Häufchen Elend, es geht ALLES den Bach runter. Kurz und knapp ALLES ist Scheiße.

Harter Tobak. Falls dies tatsächlich so sein sollte, was ich in den meisten Fällen erstmal bezweifle, dann wünsche ich ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen. Alle anderen denken nun mal bitte darüber nach.

Wir Menschen neigen leider dazu erstmal alles negativ zu sehen und werden damit ständig konfrontiert. Lob und gute Worte sprechen sich oftmals schwerer aus, als der nächste Anschiss, die Beleidigung, die doofe Fähigkeit alles schwarz zu sehen.

Warum ist das so? Warum sehen wir zu oft negativ und warum bleibt uns dieses eher in Erinnerung als die vielen tollen Dinge? Weil wir so programmiert sind. Das Positive wird von uns vorausgesetzt. Wir nehmen es kaum wahr. Wohingegen das Negative sofort bei uns die Alarmglocken läuten lässt bzw. in Sekundenbruchteilen präsent ist. Wir können hundertmal den Bus pünktlich erreichen, kümmert uns nicht. Verpassen wir ihn einmal sagen wir: “IMMER muss mir das passieren.” Wirklich IMMER? Was ist mit den Tagen vorher? Voraussetzung.

Kommen wir auf das vergangene Jahr zurück. Denken wir noch einmal kurz darüber nach und lassen es Revue passieren. Nehmt euch ein paar Sekunden und ruft es euch in Erinnerung – JETZT.

An was dachtet ihr als erstes? Ich kann mir gut vorstellen, dass die meisten als erstes etwas negatives im Kopf hatten. Blöd. Jetzt ist die Zeit gekommen, dass ihr euch den Platz für das Positive schafft. Denkt daran was euch 2017 schönes widerfahren ist. Sei es der erste Marathon, ein neue Bestzeit, ein neuer Job, Gehaltserhöhung, 10 Jahre verheiratet, das Kind bringt gute Noten heim… was auch immer. Das fällt wohl schon schwerer. Wenn ihr aber danach sucht, und mit Sicherheit muss man das dann doch nicht so lange, werden viele tolle Ereignisse im Kopf präsent, die schlechten treten in den Hintergrund  und vielleicht siegt das Gute bei näherer Betrachtung sogar.

Kommen wir nochmal auf den Satz zurück – “2018 wird alles besser.” Muss denn wirklich ALLES besser werden? In einem Punkt muss ich zustimmen. Es läuft fast nie alles reibungslos, aber deswegen muss nicht ALLES besser werden.

Ihr tut euch und eurem Kopf einen großen Gefallen, wenn ihr hier etwas präziser werdet. Nehmen wir als Beispiel das Laufen. Ich dachte auch, oberflächlich betrachtet, dass dieses Laufen für dieses Jahr nix war. Kaum gelaufen dachte ich. Kaum Wettkämpfe. Ständig Pause. Dann dachte ich darüber nach und klickte mich auch mal durch meine Aufzeichnungen. Bis auf einen Monat in dem tatsächlich nichts ging, durch Probleme am Fuß, bin ich doch fast durchweg gelaufen und das ich so wenig Wettkämpfe lief oder dachte nie auf der Strecke gewesen zu sein, lag einzig daran, dass sich im beruflichen zu viel verändert hat und ich meine Selbstständigkeit aufbaute. Sport im allgemeinen trieb ich durchgehend und kann nun auf bald 1000 Laufkilometer zurückblicken, ebenso wie auf den längsten Lauf seit dem Marathon in Berlin 2015. Also, dass muss schon einmal nicht besser werden, höchsten optimiert und ausgebaut. Und schon wäre der Satz “2018 wird alles besser” widerlegt. Denn eine Sache muss nicht besser werden. Also auch nicht “ALLES”.

Klar, möglicherweise lebt man in einer schlechten Beziehung, hasst seinen Job oder mag seine Wohnung nicht, der Schwarm meldet sich nicht, das Kind hat doch mal über die Stränge geschlagen oder, oder, oder. Es findet sich aber immer etwas Gutes. Vielleicht hat man gute Freunde die einem durch die schwere Zeit helfen – Positiv. Oder die Kollegen bauen einen immer wieder auf und stärken den Rücken, wenn der Chef mal wieder Chef war – Feine Sache. Das Kind kann halt besser zeichnen als rechnen – Gute Eigenschaft. Irgendwer zeigt Verständnis für deine Lage und schenkt tröstende Worte – Toller Mensch. Nur kleine Beispiele die aber zeigen das es sich durchaus lohnt beide Seiten der Medaille zu betrachten als wieder von vornherein alles über einen Kamm zu scheren und sich vom Negativen zu sehr beeinflussen zu lassen.

Wir sollten beginnen positiver zu sein. Lieber eine Sekunden länger darüber nachdenken, dann zeigt sich mit Sicherheit die Sonnenseite, das Schöne, das was einem ein Lächeln zaubert, den schwarzen Nebel im Kopf auflöst und das ans Licht bringt was uns sagen lässt: “2018 wird ein schönes Jahr und es muss gar nicht ALLES besser werden.”

 

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1 Kommentar zu „2018 wird alles besser“

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