Weniger is(s)t mehr

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Weniger is(s)t mehr

Hallo Ihr Lieben,

wer mich in den letzten Wochen in den sozialen Medien gestalked hat, wird es sicherlich mitbekommen haben. Es kursierte des öfteren der Hashtag #kchnfstn durch die diversen Timeslines. Twitter war hier Medium Nummer 1. Angelehnt an das klassische Fasten, habe ich 40 Tage auf alles was mit Kuchen und dessen Verwandschaft zutun hat verzichtet. Darunten zählten auch Kekse, Waffeln (ja, auch Manner), sämtliches Kleingebäck und sonstiger Süßkram, wie Schoki, Gummitiere etc. Quasi nichts was mit irgendwelchem süßen Zeug verbunden war.

Ich tat das, weil ich zügellos wurde und des öfteren über die Grenzen des “Es ist endlich mal gut” futterte. Besonders Kuchen wurde hier fast schon Leibspeise. Da war nicht nach einem Stück Schluss und auch nicht nach zwei. Dazu gesellte sich eine unbändige Lust nach Schoki. Das ging soweit, dass ich mir sinnlos Zeug in den Rachen schob – selbstverständlich mit dem dazugehörigen schlechten Gewissen. Dem musste Einhalt geboten werden und da kam mir dieses Fasten gerade Recht.

Ich nahm keineswegs durch dieses “Mästen” zu. Ganz im Gegenteil. Ich konnte mein Gewicht gut halten und verlor sogar zwei, drei Kilo – was keineswegs auf den Kuchen zurückzuführen ist. Ich ernährte mich außerhalb der süßen Blase gesund. Aß viel Obst und Gemüse. Futterte abwechslungsreich, vitaminstark und trank ausreichend, was ich auch jetzt alles noch tue. Wäre da nur nicht diese Lust nach mehr #nomnomnom gewesen.

Nur was nützt das Ganze, wenn man es dann doch nicht lebendig werden lässt? Glücklicherweise gibt es die sozialen Medien. Erstmal da etwas breit getreten, kommt man schwer aus der Spirale wieder heraus. Man wird öffentlich an den Pranger gestellt, mit virtuellen Steinen beworfen und sowieso ist man auf ewig den “Mobbingattacken” ausgeliefert. Übertreibungen sind hier selbstverständlich reiner Zufall. Und dennoch, können diese Medien dazu ermutigen etwa zutun, für das man mehr oder weniger Motivation benötigt. Je öfter man es posaunt, umso mehr Menschen werden aufmerksam und können dir den nötigen Arschtritt verpassen und andersherum kann es, wie geschrieben, durchaus zu schamhaften Gefühlen kommen, macht man zu hochangepriesem einen Rückzieher. Hier kann ich durchaus die positiven Seiten des öffentlichen Lebens im Internet erkennen. Twitter, Facebook, Instagram und Co. können weitaus mehr sein als nur sinnlos dahin getippte Buchstaben und Posts. Es kann aus manchem Couchpotatoe einen Sportler und aus manchem Schattenspender einen Spargeltarzan machen. Selbstverständlich muss man immer noch selbst dafür sorgen und sich aus dem Vakuum der Sofadelle saugen, aber etwas “MACH ENDLICH DU SAU” hat noch einigen geholfen.

In Bezug auf das #kchnfstn war ich glücklicherweise mit viel eigenem “Tschaka” gesegnet. Ich hatte den Willen es durchzuziehen und mir zu beweisen, dass ich auf den ganzen Krempel verzichten kann. Ich konnte es, muss aber fairerweise aus dem Fasten ein 40 Tage minus 2 machen.

Grob überschlagen, standen in den 40 Tagen…

2 40. Geburtstage
2 30. Geburtstage (1 von meinem Bruder)
1 60. Geburtstag ( der von meiner Mum)
mein eigener Geburtstag
und diverse Wochenenden im Kalender

Und ja, ich habe dieses #kchnfstn gehasst – Anfangs – Ok, bis weit über die Hälfte habe ich es verflucht. Und zweimal habe ich geschummelt. Das erste mal an meinem eigenen Geburtstag. Da zweite mal zu liebe meiner Frau. In 40 Tagen zwei kleine Stück Kuchen, das war es. Für mich eine Leistung.

Man spricht von drei Phasen die man durchmacht bis man sich an Veränderungen/ Neuerungen gewöhnt hat. 30 Tage die von Ablehnung, über Akzeptanz, bis hin zum “Jetzt ist es alltäglich” und “Ich stelle es nicht mehr in Frage” gehen. Grob gesagt, je 10 Tage die der Mensch in Wandlung verbringt. Gab es alles nicht. Es herrschte viel Ablehnung und noch weniger Akzeptanz, alltäglich wurde es nur, weil es ich so wollte. Und trotzdem muss ich dazu sagen, war es ein gutes und “Ich zieh das jetzt durch” Gefühl. Am Ende der 40 Tage stand ich vor dem Stapel Süßkram und Kuchen und habe es verpönt und kam einfach nicht ran. Ich durfte wieder und wollte nicht. Etwas merkwürdiges war geschehen. Eine Entwöhnung, die ich erst am Tag des Endes spürte. Die ganze Zeit verzehrte ich mich nach allem und dann – Pustekuchen – wollte ich es nicht mehr.

Leider, und ich gebe mir soeben eine Ohrfeige, kam der Teufel wieder zum Vorschein, dass Raubtier wurde wieder aus dem Winterschlaf geweckt. Ich bin seit Wiedereinstieg zweimal dem Wahn verfallen. Habe maßlos Zeug in mich geschoben. Damit darf ich nicht wieder beginnen. Damit muss Schluss sein. Scheinbar brauche ich einen kleinen Druck den ich mir selbst auferlege. Mit dem heutigen Tag starte ich das dauerhafte #kchnfstnzwpnktnll. Es muss sein. Ich fühle mich schlecht, wenn ich den Schlund mit unnötigem Süßstoff fülle. Vielleicht wird es sogar soweit kommen, dass ich dem Schoki und allem Kram irgendwann komplett abschwöre. Kuchen versuche ich auf Anlässe und besondere Feierlichkeiten zu reduzieren.

Ich tue das nicht weil ich abnehmen muss oder will. Ich möchte es für mich und mein Gewissen und womöglich akzeptiere ich es irgendwann.

Außerdem, um das noch kurz anzusprechen, wird ab 01.05.2017 eine “Challenge to my own” starten. Das #dlysprt wird von mir für mich ins Leben gerufen. Das heißt, dass ab Mai jeden Tag irgendeine sportliche Aktivität vollzogen wird für mindestens 15 Minuten. Denn auch hier war ich etwas nachlässig in letzter Zeit und habe gerade Yoga und Kraft- bzw. Stabitraining zu oft sein gelassen. Auch hier muss sich wieder etwas ändern.

Warum starte ich nicht heute damit? Das erkläre ich euch, wahrscheinlich, in einem Vlog in den nächsten Tagen. Der 01.05. hat historische Bewandtnis für mich und auch dieses Jahr soll er es wieder sein. Gern dürft ihr euch mir anschließen, aber es ist keine Challenge im eigentlichen Sinne. Den Hastag kennt ihr nun.

Viele liebe Grüße, eure schnellen Beine.

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5 Gedanken zu “Weniger is(s)t mehr

  1. Erik, ein toller Post. Ich esse seit fast zwei Jahren kaum noch Süßigkeiten, seit über einem Jahr fast gar keinen Zucker. Im Alltag vermisse ich bis auf wenige Ausnahmen nichts.
    Und es gibt viele tolle Alternativen, da nicht nur süß lecker sein muss.
    Viel Erfolg.

    Gefällt 1 Person

    1. Guten Morgen Daniel,
      es ist nur ein Sache der Gewöhnung. Das habe mir die 40 Tage am Ende gezeigt. Man darf nur nicht in alte Muster zurückfallen, und das war ich leider zu schnell. Manches dauert halt ein wenig länger. Ich bin guter Hoffnung.
      Viele Grüße

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