Das Fünf-Finger Testgelände

Das Fünf-Finger Testgelände

Momentan scheint nicht nur am Himmel die Sonne. Auch mein Gemüt passt sich der Wetterlage an. Es hellt sich von Tag zu Tag auf. Schuld ist dieses komische Laufen von dem ich schon so viel gehört hatte und das ich nun selbst mal, in den Five-Fingers, getestet habe – zweimal letzte Woche. Das sind 200% mehr als die Wochen davor.

Das ich so glücklich beseelt bin, liegt nicht nur daran, dass ich die Testläufe ohne nennenswerte Wehwehchen überstanden habe, es ist auch dem Umstand geschuldet, dass ich endlich mal wieder etwas über’s Laufen schreiben kann, denn dafür ist dieser Blog ja gedacht.

vibram_five_fingers_schnelle_beine

Ich möchte euch heute mein Fünf-Finger Testgelände unter die Nase reiben und euch die 400m zeigen, die momentan vom mir unter die dünnen Sohlen genommen werden.

Sie liegt nicht unweit von meiner Behausung, ist ruhig und kaum befahren. Eigentlich ist sie für KFZ komplett gesperrt, aber wen juckt das schon. Sie bietet einen traumhaften Blick auf gemähte Weizenfelder und Windräder, außerdem werde ich von Strommasten beobachtet und die Sonne knallt erbarmungslos. Ein paar Möchtegern-Dalis und Picassos haben diverse Geschlechtsteile auf die Fahrbahn gesprüht, die ich hier aber nicht bildlich festhalten möchte. Sie ist schnurgerade und, wenn man so will, genau 400 m lang. Sie ist auch ein Teil meiner Haus- und Hofstrecke.

Ich habe mir also letzte Woche den fahrbaren Drahtesel meiner Schwiegermutter geborgt und bin die knapp 1 km bis zum modernen Testareal getrampelt. Bei den Temperaturen mit Flüssigkeit im Kofferraum. Da angelangt, heißt es erstmal Streckenbegutachtung in Form von ein paar Meter gehen, Füße lockern, einige Zeit auf Zehenspitzen sachte hüpfen bis ich langsam in einen Trab verfalle, der allerdings nach 1 Minute wieder vorüber ist. Dann heißt es 1 Minuten gehen, bis es wieder für eine Minute in den Trab geht. Die erste Runde umfasst 15 Minuten. Dann mache ich knapp 5 Minuten Pause und hänge nochmal ein paar Minuten im gleichen Rhythmus dran, bis ich denke das es genug ist. Will ja nicht gleich übertreiben. Am Sonntag waren es dann insgesamt 20 Minuten. So geht es da nun auf und ab.

 

Das reicht für mich auch. Ersten stelle ich mit Einführung der Vibram auch den Laufstil um – weg vom Fersenlauf – und zweitens, bin ich seit Januar kaum gelaufen. Also sind die knapp 2 km Laufen und Gehen im Wechsel genau richtig um wieder reinzukommen.

Außerdem habe ich mir ein Metronom auf’s Handy gezogen um die Schrittfrequenz zu erhöhen. Ich habe mich absichtlich für diesen stupiden Ton entschieden und ziehe ihn auch der Musik vor, da mich das restliche Gedudel nur ablenken würde. Ich muss sagen, gar nicht so einfach. So kleine Tippelschritte im Trab sind völlig ungewohnt, wahrscheinlich müssen es auch nicht 180 Schritte in einer 7er Pace sein. Erhöht man das Tempo ein wenig, stellt auch die höhere Frequenz kein Problem mehr dar.

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Ich würde euch gern noch etwas über den ersten Eindruck der Five-Fingers schreiben, weiß aber nicht so recht wie ich es ausdrücken soll. Es fühlt sich locker leicht und befreit an. Man bekommt sofortige Rückmeldung vom Boden. Sie verleiten zum schnell laufen, so zumindest mein Eindruck. Man hat das Gefühl nichts am Fuß zu haben, im Prinzip sind diese “Schuhe” auch ein Hauch von Nichts. Da drückt nichts, da reibt nichts, man fühlt sich nicht beengt. Es ist ein komplett anderes Laufen als mit herkömmlichen Laufschuhen. Man merkt wie der Fuß ackert und arbeitet. Das merke ich wahrscheinlich noch mehr, da ich in meinem Leben nie etwas anderes als Ferse gelaufen bin, aber es fühlt sich nicht schlecht an. Kommt man dann langsam zur Ruhe kribbeln die Füße ein wenig und sind müde. Wie gesagt, auch durch die Umstellung des Laufstiles kommt das bei mir sicherlich noch mehr zu tragen. Ich gönne den Füßen dann zuhause noch eine kleine Behandlung ist Form vom Massagen oder ähnlichem und hoffe das sie mir so wohlgesonnen bleiben.

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Nach dem ersten Testlauf letzte Woche Mittwoch hatte ich noch ein wenig Muskelkater in der rechten Wade, den spüre ich heute, einen Tag nach Testphase zwei, nicht. Ich werte das jetzt mal als gutes Zeichen. Auch spüre ich sonst keine Nachwehen. Die Sehne verhält sich ruhig, der Knöchel meldet nichts und auch die Füße scheinen das alles gut wegzustecken. Klar, sind dies nur ein paar Meter, aber es sind ein paar Schritte mehr als die Woche zuvor und die Woche zuvor. Alles in allem bin ich frohen Mutes. Ein richtige Euphorie erspare ich mir momentan aber noch, zu oft bin ich in letzter Zeit zurückgeworfen wurden. Ich werde es weiter langsam angehen und mache lieber einen Tag länger Pause. Ich habe es nicht eilig.

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11 Gedanken zu “Das Fünf-Finger Testgelände

  1. Mit solchen Barfußschuhen würde ich gerne mal wandern. Keine Ahnung, ob ich da nicht große Probleme bekommen würde, aber nachdem ich mit der Achillessehne immer wieder Probleme habe und das seit ich jung bin und auch schon über Monate einen äußerst schmerzhaften Fersensporn hatte, könnte ich mir vorstellen, dass solche „Schuhe“ mal etwas ganz Neues für die Füße wären.

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    1. Bin ich auch. Das ist mir zur Zeit aber eine Spur zu riskant. Möchte erstmal so wieder reinkommen. Die haben aber kaum bis gar kein Profil und im Gelände könnten die langsam an ihre Grenzen stoßen. Es gibt sie ja aber auch mit Profil. 🙂

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