Brain vs. Body – Die Angst vorm Laufen

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Brain vs. Body – Die Angst vorm Laufen

Es ist soweit. Es ist das eingetreten von dem ich gedacht hatte es wird nie passieren. In diesem ganzen Verletzungsstrudel ist dies wohl der endgültige seelische Tiefpunkt. Ich habe Angst davor Laufen zu gehen. Obwohl ich es momentan wohl wieder kann. Dies ist für mich der katastrophale Worst Case. Ich habe vor dem Schiss was ich, auf Hobbyebene, am liebsten tue. Dabei ist es nicht das Laufen ansich, das würde mir nach wie vor große Freude machen. Es ist die Angst davor das sich irgendwas im Körper meldet und ich wieder und wieder pausieren muss.

In einem Beitrag zuvor hatte ich geschrieben, dass ich für jeden Kilometer den ich gelaufen bin einen Tag pausieren muss. Diese Frist war letzte Woche Mittwoch abgelaufen. Seitdem drücke ich mir sprichwörtlich die Nase an der Scheibe platt und ringe mit meinen Gedanken.

“Was ist, wenn ich jetzt laufe und es wird wieder schlimmer?”

“Ach, lieber noch einen Tag pausieren.”

“Der eine Tag macht den Braten nun auch nicht fett.”

“Sicherheitshalber nochmal dehnen.”

“Die Saison ist eh im Eimer.”

Gedanken die ich nie in meinem Kopf haben wollte. Jetzt sind sie allgegenwärtig. Mein Kopf und mein Körper sind sich nicht einig.

Gestern bin ich dann doch über meinen Schatten gesprungen. Ich habe mich zusammengerissen und war Laufen. Mit einem mulmigen Gefühl machte ich mich auf den Weg – und wahrscheinlich waren die zwei Wochen #mimimi genau richtig. Es war der erste Lauf seit dem 14.01.16 in dem ich nichts, aber auch gar nichts spürte. Nicht im Knie, nicht in der Sehne, nirgends. Aber das hatte oftmals nichts zu sagen. Meist kamen die Meckereien erst am nächsten Tag. Heute ist der Tag darauf und ich darf berichten – nichts – ich spüre nichts.

Trotzdem kommt bei mir nur leichtes Jubeln auf. Ich muss einfach die nächsten Kilometer abwarten. Ich darf nicht wieder den Fehler begehen zu schnell zu viel zu wollen, wie immer. Ich muss mich da zusammenraufen. Das muss ich lernen, hier liegt meine seelische Achillessehne. Ich darf mich nicht von der Sonne, von anderen Läufern, von tollen Wettkämpfen locken lassen. Ich muss mein Ding durchziehen und auf mich hören. Es wird mir schwer fallen, aber es muss so geschehen.

Ein mulmiges Gefühl und die Angst wieder etwas kaputt zu machen, wird sich nicht auflösen. Ich werde auch die nächsten Tage und Wochen daran zweifeln ob es Sinn macht Laufen zu gehen. Hmmm… Das ist vielleicht etwas irrtümlich ausgedrückt. Ich werde auf jeden Fall Laufen gehen, aber die Angst wir mich begleiten. Bis zu jenem Tag an dem es Klick macht und der Kopf und Körper wieder im Einklang leben.

Ich hatte letztens ein Gespräch mit meiner Osteopathin. Sie sagte: “Der Kopf steuert alles. Wenn es im Kopf wieder funktioniert, sind auch die meisten Verletzungen Geschichte. Der Kopf wird dir schon sagen wenn du wieder bereit bist zu laufen – frei zu laufen.”

Wahrscheinlich ist da was Wahres dran.

Mir hilft es auch darüber zu schreiben. Das was mich belastet in Sätze und Wörter zu bringen. Den ganzen “Müll” von der Seele zu tippen. Auch wenn das immer etwas egoistisch um die Ecke kommt und es “nur” ein paar Zeilen sind. Es macht mich frei. Denn wer könnte diese ganze Misere besser nachvollziehen als ihr.

Ich hoffe das ich euch bald wieder mit Laufberichten und Fotos eines lächelnden Läufers unterhalten kann.

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1 Kommentar zu „Brain vs. Body – Die Angst vorm Laufen“

  1. Oh ja… ich kenne es… der erste Lauf nach 5 Monaten Laufpause, 3,5km am Meer… ein wenig Knie dabei… und dann am Samstag bin ich meine alte Hausrunde gelaufen… 8km… Das Grinsen ging mir nicht mehr aus dem Gesicht. Auch nicht am Abend… und heute, einen Tag nach einem schweren Beintraining – Beinpresse 265kg x 3 *lach*… merke ich nicht mal beim Treppensteigen das Knie (vor lauter Muskelkater im Oberschenkel *gg*)
    Ich wünsche dir ganz ganz viele solcher Erlebnisse. Ich höre auch immer am Anfang total auf jede Faser meines Körpers… bis ich dann mich auf das Hörbuch konzentriere und einfach „laufen lasse“… Noch bin ich nicht wieder drin. Eisensport hat Vorrang… aber 2017 ist auch ein gutes Jahr für einen neuen Laufwettkampf *gg*…

    Gefällt 1 Person

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