An Tagen wie diesem

An Tagen wie diesem…

Abschied

Im Augenblick des Abschieds ist der Schmerz der Trennung am größten.

(Manfred Poisel)

… ist leider nichts unendlich, oder man hofft zumindest das dieser nicht unendlich sein wird. Das einzige was sich in die Länge zieht und ausdehnt wie ein Kaugummi ist die Traurigkeit. Schon mit dem ersten Wimpernschlag weiß man, dass dieser sich von den vorherigen unterscheidet, obwohl er sich ankündigt. Nicht mit wehenden Fahnen oder einem Paukenschlag. Er kommt auch nicht einfach durch die Tür gepoltert. Vielmehr kommt er schleichend, er entwickelt sich wie ein Geschwür, das sich ausbreitet und bei dem irgendwann der “Point of no Return” erreicht ist. Man muss dem Unausweichlichen ins Auge blicken und sich den Tatsachen stellen. Eigentlich weiß man es, doch man versucht es so weit wie möglich vor sich her zu schieben.

Man kramt den großen roten Stift hervor, macht ein Kreuz nach dem anderen und streicht alle Wettkämpfe durch. Und um das Ganze noch zu dramatisieren, tropft bei jedem Strich ein kleine Träne auf’s Papier. Man versucht mit sich ins Reine zu kommen, sich vom Druck zu lösen, vom Gedanken an die bevorstehenden Wettkämpfe, auf die mangelnde bzw. gar nicht vorhandene Vorbereitung. Eigentlich sollte jeder Strich eine Befreiung sein… ist es aber nicht.

Doch über einem kreist der Stift. Die dicken fetten leuchtenden Linien wollen hier nicht gesetzt werden. Einen kleinen Rettungsanker behält man sich. Berlin – an dem wird festgehalten, nicht mit der Brechstange, aber es wird alles daran gesetzt dieses Fest zu feiern. Zeit im Moment Schall und Rauch – Laufen und das Laufen geniessen. Ich möchte „Bekloppte“ treffen und mit ihnen die Tage genießen. 

Viel war geplant für 2016. Es sollte eine Party werden. Neue Bestzeiten über 10K, über 21,09 waren geplant. 2 Marathons, den ersten Ultra vollmachen. Laufen “bis es nicht mehr geht”. Alles verpufft, wenigsten für den Moment.

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Citylauf in Dresden – In weiter Ferne.

Leipzig Marathon – Über die 42,195 unvorstellbar.

Lauf in den Frühling – Schön wäre es.

Himmelswegelauf – Rückt immer weiter weg.

50km von Leipzig – Kaum mehr realisierbar.

Berlin Marathon – Das Fest wartet, vielleicht.

Leipziger HM – Ein versöhnlicher Abschluß?

Laufen bis … – Ungreifbar.

Letztes Saison startete genauso und es wurde trotzdem ein wundervolles Jahr. Ich gebe die Hoffnung nicht auf irgendwann dauerhaft verletzungfrei zu bleiben.

Der rote Stift wird nicht zu weit weggelegt. Am Ende steht hinter einigen Daten eventuell ein kleiner roter Smiley – mit lachendem Gesicht.

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14 Kommentare zu „An Tagen wie diesem…“

  1. Dann hoffen wir mal du kannst die roten Striche auch wieder wegradieren. So schnell ne Verletzung kommt, so schnell geht sie auch wieder. Kopf Hoch – es wird sicher noch ein tolles Jahr!

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  2. Nicht aufgeben und abwarten Eric.

    Ja klar: ein Marathon braucht Vorbereitung. Aber gerade die kürzeren Läufe kannst du auch mit weniger Training angehen. Und was 50km angeht: sprich mal mit Thomas vom Running Podcast. Man kann sowas auch stemmen, indem man vorher nur ein einziges Mal über 30km gegangen ist und sonst Monatelang nur um die 20km gelaufen ist.

    Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du bald mal endlich wieder frei und ohne Schmerzen laufen kannst.

    Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet
    Frederic

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    1. Völlig richtig. Ich muss sehen wie schnell ich wieder auf die Beine komme. Klar die kürzen gehen auch „ohne“ gezielte Vorbereitung. Ich könnte auch einige noch ummelden, mal sehen. Will mir da aber so wenig streß wie möglich machen. Gesund werden steht an erster Stelle. Jetzt kommt es auf eine paar Tage auch nicht an. Möchte ja dann auch verletzungsfrei bleiben. Freue mich doch shcon auf einen gemeinsamen Lauf mit dir 😉

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  3. Es ist doch erst Mitte Februar. Das Jahr ist noch lang. Vielleicht musst Du auch nicht kategorisch den Rotstift ansetzen, sondern nur Deine Ziele anpassen. So ’nen gemütlicher Halber geht doch (fast) immer. 🙂

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    1. Natürlich. Auf jeden Fall. Ich möchte auch nicht kategorisch alle alles abschreiben. Aber um etwas den Druck rauszunehmen und dne w´Wiedereinstieg ohne Strteß und Übermut zu beginnen ist dieser Schritt erstmal so notwendig. Was am Ende stehen bleibt??? Je mehr umso besser. Aber nicht auf Kosten der Gesundheit. 🙂

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