50 Shames of Sport

“50 Shames of Sport” oder “Der große Sportler – Knigge”

50

Ein schönes Benehmen ist der Schmuck des Lebens, und jeder angenehme Ausdruck hilft wundervoll von der Stelle. (Baltasar Gracián y Morales)

“Sprich nicht mit vollem Mund!”

“Setz dich gerade hin!”

“Benimm dich!”

Sätze die wir wahrscheinlich hundertemal gehört haben. Worte die wir verflucht haben. Die wir aber nun ebenso aussprechen wie sie uns vor vielen Jahren auf die Nerven gegangen sind. Dabei ist es gar nicht so schwer jemandem die Tür offen zu halten, sich zu bedanken oder nette Worte zu finden. An manchen Tagen fällt uns das leichter, an anderen ist uns gutes Benehmen schlicht und einfach Wurst, aber schwer ist es keinesfalls.

Von Kindesbeinen an bekommen wir es in den Kopf getrichtert, als heranwachsendem Rotzlöffel oder Göre ist einem gutes Benehmen so egal wie einem Schwein die Mondlandung. Erst später erkennen wir, dass eine höfliche Umgangsform durchaus Vorteile mit sich bringt und man mit einem Lächeln mehr erreicht als mit einem miesepetrigem Gesicht.

Und wie überall im Leben sollte auch beim Sport gutes Benehmen nicht klein geschrieben werden. Wie oft haben wir uns schon über diverse Dinge geärgert, sei es beim Wettkampf, im Training oder wo auch immer wir dem Hobby frönen. Aber bevor wir uns darüber aufregen und mit dem Finger wedeln, sollte man sich an die eigene Nase fassen und dies betrifft bei weitem nicht nur die Sportler. Auch Zuschauer, Spaziergänger, Fahrradfahrer und und und sollten sich an gewisse Dinge in Ihrer guten Erziehung erinnern. Es ist auch auf der Laufstrecke einfacher einen Schritt zur Seite zu machen oder im Studio die Gewichte dahin zu räumen wo man sie selbst gern finden möchte. Durch einfaches miteinander und gegenseitige Rücksichtnahme leben wir alle in unserem Hobby entspannter und ruhiger.

Das schreibt sich hier so einfach dahin. Auch ich muss natürlich zugeben einige nachfolgende Dinge schon getan zu haben und mich danach hoffentlich in Grund und Boden geschämt. “Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein”. Mit Steinen darf ich wahrlich nicht werfen – gehört sich ja auch nicht, aber gerade die banalen Dinge, wie das Grüßen eines anderen Sportlers auf der Strecke, sollten zum guten Ton gehören.

Ich habe mich an den beiden Sportarten orientiert in denen ich die meiste Vertrautheit habe und bei denen ich aus eigener Erfahrung schöpfen kann. Viele Punkte kann man sicherlich auch auf andere Aktivitäten umlegen und sicher sind Parallelen zu erkennen. Und mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit fehlen hier noch ein Haufen „Benimm-Regeln“ die mir durch die Lappen gegangen sind. Gern können wir gemeinsam diese Liste zu einem Standardwerk wachsen lassen. 😉 Auch ich werde von Zeit zu Zeit ergänzen.

Genug der langen Vorrede, ich lasse nun die Worte sprechen. „Reden ist schließlich Silber und schweigen Gold.“ Aufgeteilt auf die speziellen Phasen oder Orte des Sports und aus Sicht des „Was man nicht tun sollte.“ Einige Punkte wiederholen sich, da sie individuell anwendbar sind. Es folgt nun also „Der große Sportler – Knigge“


Beim Laufen im Wettkampf

  1. Ohne Ankündigung durch Lücken drängeln bzw. allgemein Rücksichtsloses Verhalten
  2. Beim Streckenfotografen anderen ins Bild laufen
  3. An den Dixi- und Duschhäuschen, bei der Kleiderabgabe und  Startnummerausgabe vordrängeln
  4. Geschäft wild erledigen (gelegentlich schwierig und notwendig)
  5. An den Verpflegungsstationen ohne Vorwarnung stehenbleiben
  6. Im Wettkampf nur vom “Windschatten” anderer profitieren
  7. Trotz Anstrengung für die Helfer an den Stationen keine Lächeln, Dankeschön oder nettes Wort übrig haben, auch wenn es schwer fällt
  8. Nicht nach der Zielzeit im Startblock aufstellen
  9. Telefonieren während des Wettkampfes
  10. Nicht wenigstens ein paar Kiddies am Streckenrand abklatschen
  11. Betrügen, u.a Abkürzen, U-Bahnfahren…
  12. Beim Auflaufen auf langsamere Läufer etc. nicht rechtzeitig ankündigen
  13. Schnellere Läufer/ Sportler behindern
  14. Diverse Körperflüssigkeiten (Mund, Nase) ungeachtet in der Gegend verteilen
  15. Medaille nicht entgegennehmen

 

Beim Laufen im Training

  1. Das Geschäft wild erledigen (gelegentlich schwierig und notwendig)
  2. Schnellere Läufer/ Sportler behindern
  3. Andere Läufer/ Sportler nicht grüßen
  4. Müll in der Natur verteilen
  5. Im Dunkeln ohne Licht laufen bzw. nicht erkennbar unterwegs sein
  6. Beim Auflaufen auf Fußgänger etc. nicht rechtzeitig ankündigen
  7. Bei Spaziergängern oder Hundbesitzern nicht bedanken nach dem platzmachen oder anleinen
  8. Vorgezeichnete Wege im Wald verlassen

 

Als Zuschauer im Wettkampf

  1. Nur die Spitze abwarten, die “echte” Party steigt erst im hinteren Teil des Feldes
  2. Die „langsameren“ Läufer nicht feiern als wären sie Gewinner
  3. Inmitten der Läufer die Strecke kreuzen
  4. Unbeteiligt und gelangweilt am Streckenrand stehen

 

Als Fußgänger/ Autofahrer

  1. Hunde nicht rechtzeitig herbeirufen/ anleinen
  2. Herannahenden Läufern/ Sportlern keinen Platz machen
  3. Sinnfreie Sprüche hinterher rufen
  4. Auf gesperrten, aber eigentlich auf allen Strecken Geschwindigkeit des Fahrzeuges nicht drosseln
  5. Mit vollem Aufblendlicht dem entgegenkommenden Läufer/ Sportler entgegenfahren

 

Im Fitnessstudio

  1. Gewichte nicht aufräumen
  2. Affenartiges Gestöhne
  3. Geräte unnötig besetzen
  4. Ungefragt immer wieder Tipps geben
  5. Nach dem Sport nicht duschen – Ausnahmen: Wenn man danach heim läuft oder radelt
  6. Balzverhalten an den Tag legen
  7. penetrantes Starren (besonders bei weiblichen Besuchern)
  8. Keine geeignete bzw. unpassende Kleidung für das Studio tragen (Freizügigkeit)
  9. Unnötig viel Equipment auf die Fläche mitnehmen
  10. Müll nicht beseitigen
  11. Gruppenbildung und andere am Training hindern
  12. Ungefragt ein Gerät oder Gewicht in Benutzung verwenden
  13. Ganzkörperpflege (Rasur)
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7 Kommentare zu „50 Shames of Sport“

  1. Puh, so viele Regeln … deswegen laufe ich am liebsten in die Natur raus, in sozialer Umgebung hätte ich bestimmt schon die eine gelbe oder rote Karte bekommen … vielleicht wäre ich auch schon von der Sportpolizei verhaftet worden 🙂

    Trotzdem witzig geschrieben 🙂

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  2. Tja, die Sache mit dem Grüßen: Habe auf meinen 8 km am Main gefühlt 50 x gegrüßt bis kurz vorm Muskelkater und Guess What: Blick starr gerade aus oder verbissen zum Boden! Oder extra scharf und arrogant vorbei und/oder mit dem Laufpartner unterhalten. Ehrlich gesagt vergeht mir da manchmal auch die Lust und ein LmaA macht sich breit. Quote heute < 20%

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    1. Richtig. Geht mir auch oftmals so. Schönstes Beispiel. Ich war auf einem earlybirdrun unterwegs, keine Menschenseele weit und breit, noch sehr früh am Morgen. Irgendwann kommt mir einer entgegen, ausgerechnet ein Läufer. Ich dachte mit „Noch so ein Verrückter. Bin ich doch nicht allein“ Wir laufen 0,5m aneinander vorbei und er grüßt nicht zurück. Das hat mich geärgert. Ansonsten bleibe ich eisern und grüße, auch wenn er nicht erwidert wird.

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  3. Wirklich viele richtige Punkte. Lustig finde ich vor allem, dass ich bei allen eigentlich noch nie Probleme hatte…klar macht mal jemand nicht sofort Platz – aber im Fitnessstudio herscht einfach überhaupt kein Benehmen…das ist echt witzig.
    Bei längeren Läufen bedanke ich mich gerne bei den Wassergebern, neben einem netten „Danke“ kann man so auch noch ohne Pulsmessung kontrollieren, ob man im richtigen Pulsbereich läuft, denn wenn ich ein Danke schon nicht mehr herausbekomme…laufe ich eindeutig zu schnell (beim Halbmarathon). Spontan kann ich nichts hinzufügen.

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    1. Im Fitnessstudio hat man oftmals das Gefühl, dass gute Benehmen wir an der Tür abgegeben oder in Umkleide vergessen. Gelegentlich entwickeln sich Leute zurück zum Neandertaler… Das kann mitunter auch für viele lustige Momente sorgen, oftmals ist es aber lästig.

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