Kein Feuer, keine Wärme – nur noch Kälte.

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Wenn du denkst es geht bald mehr, kommt von irgendwo was Schlimmeres her.

Es wird gehofft, gebangt, gelitten. Es wird sich an jeden Strohhalm geklammert und sei er noch so dünn. Es wird Fachliteratur gewälzt, weiße Schamanen befragt. Stundenlang wird der Körper gedehnt, gerollt, gequält. Aus jedem Funken Hoffnung versucht man das Feuer zu entfachen, dass einem das Licht zurück auf den rechten Weg leuchtet. Der Weg, der das Glück verheißt, dass Glück, das die Schmerzen besiegt. Der Moment an dem alles Vergangene in Vergessenheit gerät. Der Moment, der einem die Welt zu Füßen legt.

Doch dann gibt es diese Momente in denen das Feuer erlischt, gerade noch brannte es lichterloh und im nächsten Augenblick ist es nicht mal mehr der Funke der dieses Feuer entfacht hat. Ausgelöscht von einem Guss, einem Schauer, so stark das selbst dem größten Feuer in Sekunden den Gar ausmacht. Da steht man nun, begossen vom Nass, vor einem Haufen Asche. Dünne Rauchschwaten zeugen von einer besseren Zeit, von einer Zeit in der die Hoffnung das Feuer am brennen gehalten hat. Eine Zeit in der das Feuer einen genährt hat, von dem man gezehrt hat – tagelang, wochenlang. Es strahlte eine trügerische Wärme aus. Eine Wärme die einem vorgaukelte das alles gut wird, dass alles auf dem rechten Weg zu scheinen ist.

Bis zu jenem Moment brannte auch bei mir so ein Feuer. Noch nicht sehr hoch, aber es brannte. Die Wärme war zu spüren. Ein riesiger Scheit voller Hoffnung und Motivation hatte es entfacht. Dieser Scheit trug den Namen “Leistungsdiagnostik”. Auf ihm stand geschrieben, dass ich topfit bin und keinerlei Bedenken bestehen weiter laufen zu dürfen. Angesteckt von diesem Feuer, stand mein Entschluss fest auch die Sache mit dem Knie in den Griff zu bekommen. Ich wollte es nicht enden lassen,wollte den richtigen Weg wählen.

So weit so gut.

Bis zu diesem Moment in dem der Schauer kam. Ein Testlauf, wie jeder andere zuvor, langsam und kurz, sollte im Regen enden und das Feuer erlöschen. Ein kleiner Moment in dem es “ZACK” in der Achillessehne machte und ein weiterlaufen unmöglich machte. Die Sehne, die mich letztes Jahr schon außer Gefecht setzte, nimmt mir die Wärme. Der Körper spielt nicht mehr in Harmonie. Das Knie ist nun in guter Gesellschaft. Die Schmerzen im Bereich der Sehne sind im Laufe des folgenden Tages auch schon im Ruhezustand spürbar.

Nun steht man da wie ein begossener Pudel, nass bis auf die Haut, frierend. Die Kälte kriecht bis auf die Knochen, alles Licht weicht der Dunkelheit. Der beißende Geruch von erloschener Hoffnung steigt in den Kopf. Nichts, nur noch schwarz. Keine Farben mehr. Ausgelöscht und wegradiert in Sekunden. Man fragt sich “Warum?”. Keine Antwort – Stille. Hilflos, hoffnungslos. Zu keiner Regung fähig starrt man in die Leere, die Dunkelheit…
…bis zu jenem Moment in dem ein Funke erscheint.

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9 Kommentare zu „Kein Feuer, keine Wärme – nur noch Kälte.“

    1. Ich will solche Blogs nicht mehr schreiben wollen, ich will solche Blogs nicht mehr schreiben wollen… Ich will über schöne Wettkämpfe, Läufe und Lachen schreiben. Irgendwann hat das ein Ende. 😉

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      1. Achtung saublöder Spruch: Was euch nicht tötet härtet ab!

        Nutzt die Zeit und beseitig wenn möglich die restlichen „Baustellen“ rund um die Körpermitte, da haben wir ja alle so unsere Probleme mit. Wenn ihr das so durchzieht, dann könnt ihr nur gestärkt aus der Sache kommen.

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      2. Irgendeiner muss ja auch solche Posts schreiben….
        Ich wünsche dir die nötige Geduld, mir fehlt sie ja meistens.

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  1. Auweia das klingt gar nicht gut. Ich kenn das aber nur zu gut. Das letzte Jahr hatte ich auch immer wieder Rückschläge und oft scheint es so als wär da nur Dunkelheit, aber genauso wie beim Laufen ist Ausdauer gefragt und irgendwann kommt es schon wieder das ersehnte Licht 🙂

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