Fakten, Fakten, Fakten

Es ist Zeit Bilanz zu ziehen. Das Training ist Geschichte. Die Vorbereitung in trockenen Tüchern. Es wurde gelaufen, gelitten, gehofft. Am Ende steht man wieder am Anfang, am Anfang eines Wettkampfes. In diesem Fall >>> das Spektakel des Jahres. Für mich zumindest. Der Berlin Marathon.

Mein erster Lauf über diese Distanz. Der Weg dahin wurde mit der Hymne “Auferstanden aus Ruinen” begleitet. Verletzungsgeplagt bin ich in die heiße Phase gestartet. Erst im Februar habe ich wieder mit dem Laufen begonnen. Bis Anfang…. wurde ich immer mal wieder durch kleinere Wehwehchen ausgebremst. Aber der Laufgott, vielleicht sogar Nike persönlich, schien es gut mit mir zu meinen. Auf den Tag, mit Start der letzten 10 Wochen, ging nix mehr schief. Ab da lief es erschreckend problemlos. Hier und da, immer mal wieder ein paar Zipperlein, aber die gehören dazu. Das war nichts dramatisches und behinderte mich nicht. Ein Blick auf die nackten Zahlen zeigt.

1

Ein Plan der mich für 42,195 Kilometer fit machen sollte. Der Sub 4 Plan von Steffny wurde auserkoren. Im Angesicht des schleppenden Saisonstartes kam er mir gerade recht, aber er war mir vor  Anfang an zu langweilig. Zu 80% Prozent habe ich mich an seine Vorgaben gehalten. Die ein oder andere Tempoeinheit baute ich mit ein und auch sonst lief ich fast alle Einheiten über dem Gewollten.

1.1

Zwei Testwettkämpfe bestritt ich in der Vorbereitung. Den 11. Dresdner Parkauslauf am 01.08.2015 und den 14. Mitteldeutschen Marathon am 06.09.2015. Beide über die halbe Distanz. Erster gibt wohl nur grob einen Einblick, war er kein klassischer Lauf auf ebener Strecke. (mehr dazu in den Berichten) Ins Ziel kam ich in 02:04:11 Std.

Zweiterer war da schon aussagekräftiger. Flache Strecke, perfekte Bedingungen. Gefinisht in 01:48:40. Schneller als ich mir im Vorfeld erhofft hatte.

2

Vier Stunden habe ich mir als Zeitlimit für gesetzt. Machbar. Greif sagt mir, lt. seinem Rechner, eine Zeit von 03:49:50 voraus. Das bedeutet einen Schnitt von 05:27. Eine Zeit die ich eigentlich für unmöglich halte, aber am 06.09.2015 dachte ich auch nicht, dass ich 05:09 über 21,09 km drauf habe.

3

10 Wochen umfasste die heiße Phase. 10 Wochen auf den Punkt hin trainieren. 10 Wochen earlybirdrun und sundowner. 10 Wochen schwitzen, leiden, leben.

4

Diese Zeit habe ich in Bewegung verbracht. 45 Stunden einen Fuß vor den anderen. Wie ein Uhrwerk. 45 Stunden Einsamkeit.

5

Kilogramm werde ich am Wettkampftag über die Strecke tragen. 80 wären mein Wunschgewicht gewesen, aber wenn Masse erstmal in Schwung ist.

6

Der Umfang den ich die letzten 10 Wochen gelaufen bin. Knapp 500 km die reichen müssen um die 42,195 heil und in einer akzeptablen Zeit zu überstehen.

7

Kalorien habe ich auf den paar Kilometern verbraucht. Das entspricht ca. 79 Tafeln Schokolade a 100g oder ca. 953 Köpfen Eisbergsalat bzw. 88 Packungen Mannerschnitten a 75 g. Gerade für letzteres hat sich das kämpfen gelohnt 😉

Ich fühle mich gut, bereit und fit. Ich hoffe ausreichend trainiert zu sein. Habe momentan keinerlei Beschwerden. Es wird ein langer, harter Weg bis die Hände in den Himmel gehen und das Brandenburger Tor in Sichtweite kommt. Ich werde es genießen…o.k…. ich hoffe es genießen zu können…

…und nun sind es weniger wie 48 Stunden und der ganze Spuk hat ein, hoffentlich, gutes Ende genommen. 40.000 Starter haben trainiert und gelitten. 40.000 und nur einer kann gewinnen. Unfug… alle haben gewonnen. Alle die sich dieser Herausforderung stellen. Alle die 42,195 Kilometern ins Auge blicken… Wir sehen uns in wenigen Stunden und blicken gemeinsam Richtung Ziel.

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