Himmlischer Schmerz…

„Schmerz vergeht, Stolz bleibt.“ oder wie es auf Neudeutsch heißt „Pain is temporary, Pride is forever“

Aber wie definieren wir Schmerz? Wikipedia sagt dazu:

Schmerz ist eine komplexe subjektive Sinneswahrnehmung, die als akutes Geschehen den Charakter eines Warn- und Leitsignals aufweist und in der Intensität von unangenehm bis unerträglich reichen kann. Als chronischer Schmerz hat es den Charakter des Warnsignales verloren und wird heute als eigenständiges Krankheitsbild (Chronisches Schmerzsyndrom) gesehen und behandelt.”

Wie weit gehen wir für diesen Schmerz? Was sind wir im Stande von Schmerzen zu leisten? Wann sagen wir bis hierher und nicht weiter? Am Sonntag gehen wir maximal 42,195 Kilometer. Viele von uns gehen weit über die Schmerzgrenze hinaus. Einige werden den Schmerzen Tribut zollen müssen. Wir ertragen diese Schmerzen, weil am Ende der Erfolg steht. Der Erfolg es geschafft zu haben. Die Ziellinie zu überqueren. Wir tragen die Schmerzen mit Stolz und breiter Brust.

Und wenn wir das gesteckte Ziel nicht erreichen >>> Die Schmerzen sind die gleichen, aber werden unerträglich. Kein Glücksgefühl macht daraus Freude und Stolz. Wir schleppen uns mit hängenden Köpfen durch die nächsten Tage… aber muss das wirklich sein? Kann man auch aus einer vermeintlichen Niederlage etwas gutes ziehen? Kann man den Schmerz erträglicher machen? Im ersten Moment sicher nicht. Führen wir uns aber vor Augen, was wir an diesem Tag, in diesen Stunden geleistet haben, kann auch dieser Schmerz schön werden.

Wir haben 42,195 Kilometer hinter uns gebracht. *Die Füße durchschnittlich 30.000x auf den Boden gesetzt und 2000- 3000 Tonnen Mehrgewicht bewegt. Da darf/ sollte man auch im Angesicht der Niederlage den Schmerz mit Stolz tragen.

Wir setzen uns diesem Schmerz freiwillig aus. Wir wissen das es weh tun wird. Freiwillig kennen wir das sonst nur mit Peitsche, Knebel, Handschellen und Maske… naja vielleicht ein Teil von uns. 😉 An diesem Tag ist unser Knebel die Zeit und die Peitsche der Stolz. Wir peitschen uns Schritt um Schritt dem Ziel näher. Wir spüren die Hiebe im Knöchel, im Knie, in der Hüfte und ertragen es, weil wir es wollen. Wir haben Wochen und Monate auf diesen Schmerz hingearbeitet, uns im Vorfeld gequält und nun ist es endlich Zeit zu genießen >>> Diese wundervolle Pein.

Am Sonntag blicken wir in 40.000 schmerzverzogene Gesichter und können in ihnen den Stolz und die Freude ablesen.

Ich freue mich drauf.

*Daten aus „Das grosse Laufbuch“ von Herbert Steffny

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